Was Berlin telefonisch eigentlich anders macht
Berlin hat unter den deutschen Großstädten den höchsten Anteil an Patientinnen und Patienten, deren Erstsprache nicht Deutsch ist — laut Senatsverwaltung für Wissenschaft und Gesundheit reden wir je nach Bezirk von 25 % bis über 45 %. Eine Hausarztpraxis in Neukölln oder Mitte hat einen anderen Anrufmix als eine in Pankow oder Steglitz-Zehlendorf. Der KI-Assistent muss Türkisch, Arabisch, Russisch und Englisch nicht „verstehen können", er muss sicher erkennen, wann eine MFA übernehmen sollte.
Zweitens: die Berliner Notdienst-Logik. Patientinnen rufen Hausärzte für Themen an, die in München eher beim Bereitschaftsdienst landen würden — Folgerezepte, Krankschreibungen ab Tag 4, akute Rückenschmerzen am Freitagnachmittag. Ein Assistent, der diese Trias nicht sauber triagieren kann, baut nur eine weitere Warteschleife.
Drittens: die KV Berlin ist eine der digital aktivsten Kassenärztlichen Vereinigungen — eRezept, eAU und KIM laufen flächendeckend. Anrufgründe wie „Rezept noch nicht angekommen" sind 2026 fast immer eRezept-Themen. Der Assistent muss das wissen und nicht stur „Rückruf" anbieten.
Was eine Berliner Praxis nach 4 Wochen messen kann
In Praxen unserer Pilotgruppe (3 Berliner Hausarztpraxen, je 2-4 Ärzte) sank die unbeantwortete Anrufrate zwischen 8:00 und 11:00 Uhr von durchschnittlich 38 % auf unter 6 %. Die Zahl der MFA-Telefonminuten pro Tag reduzierte sich um 2 bis 3,5 Stunden — diese Zeit ging zurück in Abrechnung, Verbandwechsel und Patientenempfang.
Wichtig: die Quote der Anrufe, bei denen der Assistent an die MFA übergeben hat, blieb stabil bei 18-22 %. Das ist die Quote, die unserer Erfahrung nach gesund ist — niedriger heißt meistens, dass der Assistent zu offensiv selbst entscheidet.
DSGVO, Berliner Datenschutzbeauftragter und Krankendaten
Berliner Praxen unterliegen zusätzlich zur DSGVO der Aufsicht durch die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (BlnBDI). Die BlnBDI hat in den letzten Jahren wiederholt Stellung zu Cloud-Sprachverarbeitung in Heilberufen genommen — Kernforderungen: EU-Datenresidenz, dokumentierte AVV nach Art. 28 DSGVO, technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) nach Art. 32, und für Patientendaten gemäß § 203 StGB eine schriftliche Verpflichtung der Auftragsverarbeitenden zur Verschwiegenheit.
BHOMY erfüllt diese Anforderungen vollständig: Sprachverarbeitung in EU-Rechenzentren (Frankfurt/Paris), AVV beim Onboarding unterschrieben, Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 203 Abs. 3 StGB im Anhang. Anrufmitschnitte werden standardmäßig nicht gespeichert; transkribierte Anrufzusammenfassungen liegen verschlüsselt in der Praxisansicht und können auf Wunsch nach 30 Tagen automatisch gelöscht werden.
Häufige Fragen aus Berlin
Funktioniert das auch bei Patienten, die kein Deutsch sprechen?+
Der Assistent erkennt die häufigsten Sprachen, die in Berliner Praxen ankommen (Türkisch, Russisch, Arabisch, Englisch, Polnisch, Französisch) und übergibt bei Unsicherheit innerhalb von zwei Sätzen an eine MFA. Vollständige Patientengespräche in diesen Sprachen führen wir bewusst nicht — das wäre medizinisch nicht verantwortbar.
Kann der Assistent direkt eRezepte oder eAU anstoßen?+
Nein. Der Assistent nimmt die Anfrage strukturiert auf und legt sie in der Praxissoftware (Medatixx, T2med, x.concept, CGM u.a.) als Aufgabe an. Die ärztliche Entscheidung über Rezept oder Krankschreibung trifft immer der/die Behandelnde — das ist heilberuflich vorgeschrieben.
Was passiert mit dem Anruf, wenn das Internet in der Praxis ausfällt?+
Die Telefonleitung läuft über SIP-Trunk außerhalb Ihres Praxis-Internets. Fällt Ihr Praxis-LAN aus, bleibt der Assistent erreichbar — er kann nur keine Termine schreiben, bis Sie wieder online sind. Anrufe gehen weiter; Anliegen werden ins Backup geschrieben und sind sichtbar, sobald die Praxis wieder verbunden ist.
Was kostet das für eine Berliner Praxis mit drei Behandlern?+
Für eine typische Berliner Hausarztpraxis mit 3 Behandlern, ca. 1.200 Anrufen/Monat und Vollintegration in eine PVS-Software liegt der Tarif zwischen 299 € und 599 € netto / Monat — abhängig von der Concurrent-Call-Anforderung. Es gibt keine Setup-Gebühr und keine Mindestlaufzeit über 3 Monate hinaus.
Müssen wir unsere Telefonnummer wechseln?+
Nein. Sie behalten Ihre 030-Nummer und schalten eine Rufumleitung zur BHOMY-Nummer. Wenn Sie die Praxisnummer komplett portieren wollen, übernimmt BHOMY die Portierung — typische Dauer in Berlin: 4-6 Wochen, abhängig von Ihrem aktuellen Anbieter.
Für eine Praxis in Berlin startklar?
Wir konfigurieren BHOMY auf Ihre Berliner Praxis, Ihre PVS und Ihre Telefoninfrastruktur. Onboarding üblicherweise innerhalb von 5-10 Werktagen.
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Inhaltlich zuletzt überprüft am 2026-05-03.